VeranstaltungUnterseiten-Header.png

18. und 19.01.2018 | Ganztägig | Ecole de droit der Sciences Po | Paris

Historischer Kapitalismus und internationales Recht

logo-heiparismax.jpg

Wissenschaftliches Komitee: Lisa Herzog (Institut für Sozialforschung der Johann Wolfgang Goethe-Universität), Claire Lemercier (Centre de Sociologie des Organisations de Sciences Po), Anne Peters (Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht) und Emmanuelle Tourme-Jouannet (Ecole de droit de Sciences Po)

Im akademischen Diskurs ist die Formulierung einer juristischen Kritik auf Grundlage einer gründlichen Analyse der Ursprünge und Funktionsweise des kapitalistischen Produktionssystems bisher recht beschränkt geblieben, obwohl sich in letzter Zeit eine wachsende Zahl an international ausgerichteten Juristen auf der Suche nach neuen Zukunftsmodellen vermehrt mit der historischen Entwicklung ihrer Disziplin auseinandergesetzt hat. Im Gegensatz dazu beschäftigen sich zahlreiche Historiker schon lange mit dem Kapitalismus und haben so analytische Instrumente zu dessen Verständnis entwickelt, ohne dabei jedoch ihr Augenmerk auf die konstitutive Rolle der Funktionsweise dieses historischen Systems zu legen.

Das Juniorkolloquium, das am 18. und 19. Januar 2018 im Rahmen des „Juniorkolloquium-Programms“ des CIERA an der Ecole de droit der Sciences Po in Paris stattfinden soll, beschäftigt sich daher mit dem Thema Historischer Kapitalismus und internationales Recht und hat es sich zum Ziel gesetzt, diese soeben festgestellten Lücken zu schließen.

Zu diesem Zweck bringt das Kolloquium Juristen und Historiker zusammen, ebenso wie weitere Wissenschaftler auf dem Gebiet der Sozialwissenschaften, um auf verschiedene und komplementäre Ansätze aus den jeweiligen Disziplinen zurückzugreifen. Dies erlaubt die Erarbeitung interdisziplinärer Perspektiven, ausgehend von der materiellen Wirklichkeit des Kapitalismus, um danach seine Herkunft, seine Funktionsweise, seine aktuellen Herausforderungen und zuletzt seine möglichen künftigen Entwicklungen zu untersuchen. Das Kolloquium wird sich insbesondere mit der Natur und der Entwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Institutionen, ihrer Rolle im Austausch und Verkehr von Personen, Ideen und Waren, ebenso wie mit der Art und Weise, wie sie durch Begegnungen, Konfrontationen und Vermischungen geformt wurden, auseinander setzen.

Die vorgeschlagenen Beiträge sollen sich in den Rahmen folgender Themenkomplexe einfügen:

  • 1) internationales Recht und die Geschichte der Expansion des Kapitalismus
  • 2) Geschichte des internationalen Rechts und die politischen Konflikte innerhalb des Kapitalismus
  • 3) Geschichte des internationalen Rechts und Darstellungen der kapitalistischen Moderne

Die Publikation einer Sonderausgabe des Journal d’histoire du droit international zum Thema des Kolloquiums, bestehend aus dessen Beiträgen, ist vorgesehen.

Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen.

Englisch wird dabei Arbeitssprache des Kolloquiums sein.

Wir begrüßen im Besonderen Beitragsvorschläge von Mitgliedern des HeiParisMax-Netzwerkes und des Deutsch-französischen Doktorandenkollegs zur Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht sowie von an die historischen Zentren des CIERA angegliederten Wissenschaftlern. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt unter Wahrung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, unter gleicher Einbeziehung von Teilnehmern aus dem deutschen und französischen akademischen Kontext sowie paritätisch danach, ob die Beitragsvorschläge historische oder juristische Ansätze verfolgen.

Es besteht die Aussicht, dass Reise- und Unterkunftskosten anteilig für einige Teilnehmer getragen werden können (bitte Bedarf anmelden).

Weitere Informationen finden Sie auch im Call for Papers (auch auf Englisch verfügbar). Sollten sich dennoch weitere Fragen ergeben, können Sie uns gerne auch per E-Mail (capitalismehistorique.di(at)gmail.com) kontaktieren.