Der Workshop zielt darauf ab, das analytische Instrumentarium der Völkerrechtler zu erweitern, indem er sie dazu anregt, zu untersuchen, wie verschiedene mentale Prozesse unser Verständnis des Völkerrechts und dessen praktische Funktionsweise in der internationalen Gemeinschaft prägen. Ein gesteigertes Bewusstsein für mentale Prozesse kann der vorherrschenden Tendenz entgegenwirken, die Augen vor den verborgenen Vorannahmen zu verschließen, die die Entstehung und den strategischen Einsatz von Praktiken in der Disziplin und im Berufsfeld des Völkerrechts prägen. Die Erforschung der komplexen Zusammenhänge zwischen solchen mentalen Prozessen und die Bewertung ihrer Auswirkungen auf rechtliche Praktiken ist ein Forschungsgebiet, das für jeden Entscheidungsträger von Interesse sein kann. Das Programm gliedert sich in vier thematische Schwerpunkte: (i) Rahmen, Konzept, Überzeugung; (ii) Wahrnehmung, Kognition, Voreingenommenheit; (iii) Psyche, Emotion, Bewusstsein; und (iv) Projektion, Repräsentation, Vorstellungskraft.
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UN, NATO und EU – Organisationen, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Friedenssicherung beitrugen – leiden unter einem Verlust ihrer Glaubwürdigkeit und stehen vor inneren Zerreißproben. Ein Weitermachen wie bisher gibt es nicht. Es braucht neue Allianzen, da eine Großmacht wie die USA ihre (vermeintliche) Stärke auf neue Art ausspielt. Martin Kobler sieht in diesem Angriff auf die bisherige Weltordnung auch eine Chance für die EU, neue Strahlkraft zu entwickeln und ihren Werten treu zu bleiben. Dieser Abend ist eine Einladung, mit dem erfahrenen Diplomaten über Macht und Ohnmacht der Diplomatie zu diskutieren. Einem kurzen Vortrag folgt ein Gespräch mit dem Publikum im amerikanischen Stil des „Townhall-Meetings“.
Referent: Martin Kobler
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Die deutsche Außenpolitik der Gegenwart steht in historischen Traditionen. Über Jahrhunderte war die Mitte Europas Ort der Auseinandersetzung um Frieden und Vormacht. Krieg und Gewalt waren – und sind – Teil dieser Geschichte. So wichtig eine verteidigungsfähige Bundeswehr ist, so wenig dürfen Außenpolitik und Diplomatie in den Hintergrund treten, wenn man dem Friedensgebot des Grundgesetzes gerecht werden will. Eckart Conze verbindet in seinem Blick auf 500 Jahre Geschichte das Streben nach Frieden mit der Gewalt des Krieges und stellt Fragen nach deutschen Interessen und der Rolle Deutschlands in Europa und der Welt.
Referent: Prof. Dr. Eckart Conze
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Der Vortrag gliedert sich in die Reihe "Und jetzt? – Wie Deutschland und Europa handlungsfähig bleiben" ein.
In einer Zeit, in der die Demokratie als Staats- und Gesellschaftsform weltweit bedroht wird, bietet Julian Nida-Rümelin Orientierung. Er setzt sich mit populären Missverständnissen über Demokratie auseinander – und kritisiert die verschiedenen Spielarten des Populismus, von rechts wie von links. Sein Appell ist klar: Demokratie gehört zu den höchsten Gütern unserer Kultur – doch sie muss verteidigt werden. Nachgiebigkeit stärkt nur jene, die liberale Offenheit und kulturelle Toleranz verachten. Nida-Rümelin bezieht sich auf große Philosophen – Aristoteles, Hobbes, Kant – und zeigt, was wir heute aus ihren Einsichten lernen können.
Der Referent, Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin war Kulturstaatsminister und Lehrstuhlinhaber für Philosophie und politische Theorie an der LMU München. Aktuell ist er Honorarprofessor an der Humboldt-Universität und Gründungsrektor der Humanistischen Hochschule Berlin.
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Die derzeitige internationale Ordnung befindet sich in Aufruhr. Der Widerstand gegen Verstöße gegen das Völkerrecht ist schwach, nicht zuletzt aufgrund der weit verbreiteten Missachtung des Rechts. Gleichzeitig nehmen der Einsatz und die Manipulation von Emotionen durch politische Entscheidungsträger ebenso zu wie ihre Angriffe auf das Völkerrecht. Diese Untergrabung betrifft insbesondere das Streben nach einem Recht, das nicht nur weltweit angewendet wird, sondern auch von allen Bevölkerungsgruppen geteilt wird und in diesem Sinne „universell” ist.
Die Konferenz "International Law and Emotions: Recovering Universality?" möchte untersuchen, wie, durch wen und welche Emotionen zur aktuellen Erosion der Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit des Völkerrechts beitragen. Wie wird die Konstruktion von Emotionen über Zeit, Ort und Kultur hinweg geprägt? Können wir Emotionen identifizieren, die zur Stärkung oder Schwächung des Universalitätsanspruchs des Völkerrechts beitragen?
Diese Fragen werden mit Referenten und Teilnehmern aus den Bereichen Rechtswissenschaften, Psychologie, Anthropologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichte, Literaturwissenschaft und Computerlinguistik diskutiert.
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Im Gerichtssaal sollen Urteile auf Grundlage von Fakten und Beweisen gefällt werden, unabhängig von Emotionen. Doch gelingt es der Justiz wirklich, menschliche Gefühle auszublenden?
Terry Maroney blickt hinter die Fassade der juristischen Nüchternheit. Sie zeigt, wie Stress, Zufriedenheit und der Umgang mit Emotionen darüber entscheiden, ob Verfahren als gerecht empfunden werden – und was das über uns alle verrät.
Dem Vortrag folgt eine Diskussion mit Jonas Bens, Heisenberg-Professor für Ethnologie an der Universität Hamburg, und Prof. Dr. Anne Peters, Direktorin am MPIL Heidelberg.
Die Referentin, Terry A. Maroney, ist Professorin für Rechtswissenschaften, Medizin, Gesundheit und Gesellschaft an der Vanderbilt University in Tennessee, USA, mit den Schwerpunkten Fehlurteile und Jugendstrafrecht.
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Ein Kolloquium anlässlich der Veröffentlichung des Buches "Respecter les droits sociaux dans les chaînes de production mondiales. Les directives sur le reporting et le devoir de vigilance en matière de durabilité et le droit social".
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Seminar des IREDIES zum Thema "La Cour européenne des droits de l’homme face aux défis actuels : le regard d’un ancien juge" von Linos-Alexandre Sicilianos (Professor für internationales Recht an der Universität Athen und ehemaliger Präsident des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (2019-2020))
Die Veranstaltung wird organisiert von Frau Professorin Evelyne Lagrange und Herrn Professor Paolo Palchetti.
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Der Vortrag gliedert sich in die Vortragsreihe "Europäer im Gespräch" ein.
Die Europäer im Gespräch knüpfen an die große Salontradition in Deutschland an, um zu diskutieren, was als europäische Identität umschrieben werden kann: Europas Vielfalt gestern und heute. Freuden und Sorgen, die uns zusammenführen. Und die jahrhundertealte Sorge um die Suche nach Frieden und dessen Aufrechterhaltung.
Referent: Prof. Dr. Armin von Bogdandy (Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg)
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Eine gemeinsame Veranstaltung des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) anlässlich des 75. Jahrestags der Unterzeichnung der Europäischen Menschenrechtskonvention.
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